Menschliches
*
Ich bin ein Mensch, nichts acht' ich mir fremd, was menschlich ist.*
Der größte Mensch bleibt stets ein Menschenkind!*
Ich bin ein Mensch; nichts Menschliches ist mir fremd.*
Es gibt nur zwei Arten von Menschen: Gerechte, die sich für Sünder halten; und die anderen Sünder, die sich für Gerechte halten.*
Mir kommt nichts beschwerlicher vor, als nicht Mensch sein zu dürfen.*
Die Menschen glauben das gern, was sie wünschen.*
Der Mensch ist nicht geboren, die Probleme der Welt zu lösen, wohl aber zu suchen, wo das Problem angeht, und sich sodann in der Grenze des Begreiflichen zu halten.*
Der Mensch kann wohl die höchsten Gipfel erreichen, aber verweilen kann er dort nicht lange.*
Wer höher steigt, als er sollte, fällt tiefer, als er wollte.*
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!*
Was im Menschen nicht ist, kommt auch nicht aus ihm.*
Nichts ist so elend als ein Mann, der alles will und der nichts kann.*
Ich habe niemals einen Menschen ohne Schwäche gesehen; nur ist sie auffallender bei vorzüglichen Menschen.*
Mir tut es allemal weh, wenn ein Mann von Talent stirbt, denn die Welt hat dergleichen nötiger als der Himmel.*
Die Menschen kommen durch nichts den Göttern näher, als wenn sie Menschen glücklich machen.*
Das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch!*
Der Schmerz ist der große Lehrer des Menschen. Unter seinem Hauch entfalten sich die Seelen.*
Die besten Ärzte der Welt sind Dr. Diät, Dr. Ruhe und Dr. Fröhlich.*
Warum du wider alles Hoffen*
Wie viele Lichter verdanken bloß ihrem Leuchter, daß man sie sieht.*
Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf - es kommt nur auf die Entfernung an.*
Ein vornehmer Mensch tadelt sich selbst, ein gewöhnlicher die andern.*
Für ein paar Groschen kann man viel Freundlichkeit und guten Willen kaufen.*
Es ist ganz einerlei, vornehm oder gering sein: das Menschliche muß man immer ausbaden.*
Man hat einen zu guten oder einen zu schlechten Ruf; nur den Ruf hat man nicht, den man verdient.*
Dein Erfolg enthält immer etwas, das selbst deinen besten Freunden mißfällt.*
Was gute Gesellschaft genannt wird, ist meistens nur ein Mosaik geschliffener Karikaturen.*
Ein eigentümlicher Fehler der Deutschen ist, daß sie, was vor ihren Füßen liegt, in den Wolken suchen.*
Am weitesten in der Rücksichtslosigkeit bringen es die Menschen, die vom Leben nichts verlangen als ihr Behagen.*
Bemüh dich nur und sei hübsch froh, Der Ärger kommt schon sowieso.*
Was du dir eingebrockt hast, das mußt du auch auslöffeln.*
Ich habe in meinem Leben keinen Menschen gekannt, der nicht das Unglück eines anderen mit der vollendeten Fassung eines Christen ertragen hätte.*
Wir alle sehen gern, wenn andere seekrank sind, solange wir es nicht selber sind.*
Sein Gewissen war rein. Er benutzte es nie.*
Nichts kann mehr zu einer Seelenruhe beitragen, als wenn man gar keine Meinung hat.*
Die Gedankenlosigkeit hat mehr ehrliche Namen zugrunde gerichtet als die Bosheit.*
Die Katze läßt das Mausen nicht, auch wenn sie eine schöne Prinzessin geworden.*
Magst den Tadel noch so fein,*
Der einzige Unterschied zwischen dem Heiligen und dem Sünder ist, daß jeder Heilige eine Vergangenheit und jeder Sünder eine Zukunft hat.*
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht!*
Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung nicht.*
Es ist ein Brauch von alters her,*
Wir leben zwar alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.*
Die größten Geister sind der größten Fehler ebenso wie der größten Tugenden fähig.*
Der Mann hatte so viel Verstand, daß er fast zu nichts mehr in der Welt zu gebrauchen war.*
Jeder Mensch ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt.*
Der Anspruch auf einen Platz an der Sonne ist bekannt. Weniger bekannt ist, daß sie untergeht, sobald er errungen ist.*
Alle Fehler, die man macht, sind eher zu verzeihen als die Mittel, die man anwendet, um sie zu verbergen.*
Der Hauptfehler des Menschen bleibt, daß er so viele kleine hat.*
Unsere Mängel sind unsere besten Lehrer: aber gegen die besten Lehrer ist man immer undankbar.*
Heutigentags sagen und schreiben viele Gelehrte mehr, als sie wissen; in den alten Zeiten wußten einige mehr, als sie schrieben.*
Gott denkt in den Genies, träumt in den Dichtern und schläft in den übrigen Menschen.*
Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.*
Man bleibt jung, solange man noch lernen, neue Ge- wohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann.*
Es gibt nicht nur die ewig Gestrigen, es gibt auch die ewig Morgigen.*
Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, daß es nicht erkaltet.*
Man muß die Menschen mit dem Krämergewicht, keineswegs mit der Goldwaage wiegen.*
Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloß Klavier spielt.*
Wenn ich die Gestalt wählen könnte, in der ich noch einmal leben möchte, so weiß ich nicht, ob ich nicht ganz gern eine Ameise sein möchte.*
Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie.*
Der Gescheitere gibt nach! Eine traurige Wahrheit; sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.*
Sie brauchen nichts zu sagen. Sie sind ein reicher Mann; aber ich bin ein armer Teufel - mir muß was einfallen.*
Der Verstand, der uns nicht hindert, hie und da eine großherzige Dummheit zu begehen, ist ein braver Ver- stand.*
Ein geistreicher Mensch wäre oft recht in Verlegenheit ohne die Gesellschaft der Dummköpfe.*
Dumm ist nicht, wer etwas Dummes begeht, sondern wer seine Dummheit nachher nicht zu bedecken versteht.*
Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind so sicher und die Gescheiten so voller Zweifel.*
Es ist keine Sünde, ein Dummkopf zu sein, aber die größten Sünden werden von Dummköpfen begangen.*
Wenn andere klüger sind als wir,*
Dummheit, die man bei den anderen sieht, Wirkt meist erhebend aufs Gemüt.*
Wir stoßen in der Wissenschaft auf Leute, die vor lauter Gelehrsamkeit und Hypothesen nicht mehr zum Sehen und Hören kommen.*
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