Über den Irrtum
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Ein Irrtum, welcher sehr verbreitet und manchen Jüngling irritiert, ist, daß die Liebe eine Sache, die immer viel Vergnügen mache.*
Prächtig habt ihr gebaut. Du lieber Himmel! Wie treibt man, nun er so königlich erst wohnet, den Irrtum heraus?*
Zu erkennen, daß man sich geirrt hat, ist ja nur das Eingeständnis, daß man heute schlauer ist als gestern.*
Wer es einmal so weit gebracht hat, daß er nicht mehr irrt, der hat auch zu arbeiten aufgehört.*
Nie verläßt uns der Irrtum, doch zieht ein höher Bedürfnis, immer den strebenden Geist leise zur Wahrheit hinan.*
Mach dir nicht vor, du wollest Irrtümer der Natur verbessern. In der Natur ist kein Irrtum, sondern der Irrtum ist in dir.*
Tränen sind wie Perlen. Man weiß nie ganau, ob sie echt sind.*
Irren ist auch insofern menschlich, als die Tiere wenig oder gar nicht irren.*
Jeder Mensch kann irren. Im Irrtum verharren jedoch wird nur der Tor.*
Es irrt der Mensch, solang' er strebt.*
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