20.11.2016

Fischfutter: Lupinenmehl ist Alternative zu Fischmehl

Bis zu 50 Prozent Lupinenanteil kann Fischfutter in der Aquakultur enthalten, ohne dass sich die Wachstums- und Futterverwertungsraten der Fische verschlechtern. Das haben Forscher in der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie nun herausgefunden.

Lupinen haben von allen heimischen Körnerleguminosen den höchsten Eiweißgehalt. Daher haben Wissenschaftler des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, und des Technologie-Transfer-Zentrums Bremerhaven die Eignung von Lupinenmehl als Fischfutter untersucht.
 
Das Ergebnis: Selbst Raubfische konnten das heimische Futter hervorragend verwerten und wuchsen genauso schnell wie die mit Fischmehl gefütterte Vergleichsgruppe. Das zeigten Fütterungsversuche mit Wolfsbarschen (Dicentrarchus labrax). Selbst nachdem die Fische drei Monate mit bis zu 50 Prozent Lupinenmehl gefüttert wurden, blieb das Wachstum gleich gut. Weder die spezifische Wachstumsrate noch die Futterverwertungsrate der Fische verschlechterten sich. Erst ab einem Lupinenanteil von 50 Prozent kam es zu Beeinträchtigungen der Lebergesundheit. Ein weiterer Pluspunkt: Die mit Lupinenmehl gefütterten Wolfsbarsche schmeckten den Verkostern genauso gut wie die mit Fischmehl gefütterten Tiere.
 
Damit bieten Lupinen aus Sicht der Wissenschaftler eine nachhaltige und deutlich kostengünstigere Alternative zu Fischmehl. „Eine Fischfutterindustrie mit Lupinenmehl als Eiweißbasis kann die Agrobiodiversität auf europäischen Feldern erhöhen, die regionale Beschaffung von Rohstoffen fördern und eine nachhaltige Alternative zu Fischmehl bieten“, so Dr. Matt Slater, Leiter der Gruppe Aquakulturforschung am Alfred-Wegener-Institut.
 
Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) fördert das Forschungsprojekt in der Eiweißpflanzenstrategie über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die Wissenschaftler kooperieren mit dem „Demonstrationsnetzwerk zur Ausweitung und Verbesserung des Anbaus und der Verwertung von Lupinen“, das die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern koordiniert.
 
Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.ble.de/eiweisspflanzenstrategie

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

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