16.10.2016

Block C im AKW Gundremmingen hat zu wenig getankt

Seit Monaten kann Block C in Deutschlands größtem und gefährlichstem AKW nur mit verringerter Leistung gefahren werden. Er hat zu wenig „Brennstoff“. Damit wollen die Betreiber RWE und EON nicht die Umwelt schonen sondern Steuern vermeiden. So entziehen sie sich aber der Verantwortung für hunderte Millionen Euro von ihnen verursachter Kosten. Die Bürgerinitiative FORUM fordert, dass die Brennelementesteuer nicht Ende 2016 ausläuft. Und im Block C ist sogar wieder ein Spaltelement undicht.

Erst im August 2016 hat der Block C in Gundremmingen einige neue Spaltelemente erhalten. Normalerweise wird hiermit ein Reaktor ein Jahr lang betrieben. Doch der Block C wurde nicht wieder auf Nennleistung gebracht. Er hat hierfür zu wenig „Brennstoff“. Dies zeigt der Oktober Monatsbericht des AKW.
 
Die Gundremminger AKW-Betreiber RWE und EON (neuerdings Preußenelektra genannt) haben bei der Revision im Sommer 16 nur wenige verbrauchte Spaltelemente durch frische ersetzt. So wollen sie Steuern vermeiden. Denn für neue Spaltelemente fällt die sogenannte Kernbrennstoffsteuer („Brennelementesteuer“) an. Und die beiden Atomkonzerne haben es mit ihrer Lobbymacht und ihrem Geld durchgesetzt, dass die Anfang 2011 eingeführte Steuer zum Jahresende 2016 auslaufen soll. Deswegen will man Block C erst nach dem Jahreswechsel „voll tanken“.
 
Normalerweise ist in Deutschland der Einsatz von Brennstoffen mit der Mineralölsteuer und der Ökosteuer belegt. Atomkraftwerke mussten hingegen für ihren „Brennstoff“ keine Steuern zahlen. Als vor einigen Jahren mehr Bürgern und Politikern bewusst wurde, wie viel die Steuerzahler für die Folgekosten der Atomkraft aufbringen müssen, hat man doch eine Kernbrennstoffsteuer eingeführt. So hat das AKW Gundremmingen mit seinem Atommüll allein aus Block A, der von 1966 bis zum Unfall mit Totalschaden im Jahr 1977 in Betrieb war, in Karlsruhe, in Greifswald und in der Asse II die Steuerzahler schon hunderte Millionen Euro gekostet. Und dabei ist dort dieser Müll nur behandelt oder gelagert und nicht einmal entsorgt worden.
 
Vor wenigen Wochen wies Herr König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), bei seinem Vortrag in Dillingen darauf hin, dass allein auf den Block A in Gundremmingen für den überwiegend über Karlsruhe in das undichte Versuchsendlager Asse verbrachten Atommüll mehrere hundert Millionen Euro Kosten entfallen. Die von den normalen Steuerzahlern zu begleichen sind.
 
Da im Uran die Energie viel konzentrierter als in normalen Brennstoffen ist, beträgt die Kernbrennstoffsteuer 145 Euro je Gramm Brennstoff aus Uran 233 und Uran 235 sowie aus Plutonium 239 und 241.
 
Schlimm, dass der Staat vor der Lobbymacht von RWE und Eon kuscht und nicht bei den Atommüllkosten das Verursacherprinzip durchsetzt! Deswegen wollte man mit der Brennelementesteuer wenigstens etwas Geld einnehmen, um die dem Staat und den Steuerzahlern auf die Füße fallenden Ausgaben aus der Atommüllsicherung zu bezahlen. Als Gegenleistung bekamen im Jahr 2010 die Atomkonzerne die Laufzeitverlängerung, die wenige Monate später unter dem Druck der Fukushima-Katastrophe überwiegend wieder rückgängig gemacht wurde. Vertraglich und gesetzlich war allerdings vorher im Jahr 2000 bestimmt worden, dass Atomreaktoren etwa 32 Jahre nach ihrer Inbetriebnahme abgeschaltet werden sollen. Beim üblen Atomkonsens im Jahr 2011 wurde gegenüber dieser Atomausstiegs-Vereinbarung aus dem Jahre 2000 eine Laufzeitverlängerung insbesondere für den Block C (Inbetriebnahme 1984) in Gundremmingen beschlossen.
 
Der gedrosselte Betrieb vom Block C macht wiedermal sichtbar, dass das AKW Gundremmingen für die Stromversorgung nicht erforderlich ist.
 
Das jetzige Vorgehen erhöht auch die radioaktiven Belastungen. Denn für den Brennelementewechsel muss der Reaktor geöffnet werden. Da im Block C erneut ein Spaltelement undicht ist und so extrem radioaktive Gase in das Wasser und zum Teil in das Gebäude gelangen, werden beim Öffnen des Reaktors mehr radioaktive Gase frei. Diese werden dann nach einer Abklingzeit über den Kamin in die Umwelt abgegeben.
 
Das FORUM, Deutschlands mitgliederstärkste AntiAtom-Bürgerinitiative, fordert: Die Bundestagsabgeordneten sollen die Beendigung der Brennelementesteuer aufheben! Block C wie Block B spätestens im Jahr 2017 stillgelegt werden!
 
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
 
http://www.atommuell-lager.de

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager

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