25.10.2015

Bayerns Staatsregierung setzt auf Stromimporte und Laufzeitverlängerung

Stimmen hier die CSU-Mitglieder zu? Akzeptiert das die Wirtschaft?

Bayerns neues Energieprogramm vermeidet konkrete Aussagen, wie die jetzt noch 4000 Megawatt Atomkraft und die jährlich 33 Milliarden Kilowattstunden Atomstrom ersetzt werden sollen. Konkrete Angaben enthält jedoch die Antwort der Staatsregierung vom 22.10.15 auf eine „Anfrage zum Plenum“ der GRÜNEN.
 
Danach erwartet Bayerns Regierung, dass der Stromverbrauch langsam weiter wächst und im Jahr 2025 etwa 40 – 50 Prozent des bayerischen Stromverbrauchs durch Einfuhren gedeckt werden. Dies ist eine fundamentale Abkehr von einem zwei Jahre alten sinnvollen Beschluss der CSU. Im Bayernplan, der als Regierungsprogramm 2013 – 2018 bezeichnet wurde, beschloss der CSU-Parteitag am 19. Juli 2013: „Wir wollen so viel Strom, wie wir in Bayern verbrauchen, in Bayern selbst herstellen.“
 
http://www.csu.de/politik/beschluesse/
 
Lassen es sich die CSU-Mitglieder und WählerInnen gefallen, dass ein Wahlversprechen so fundamental gebrochen wird? Lassen sich die Umweltverbände BUND Naturschutz und LBV gefallen, dass ihre Vereinbarung mit der Staatsregierung vom 5.9.2012: „Bis zum Jahr 2020 soll der Stromverbrauch in Bayern um 20 Prozent reduziert werden.“, einfach unter den Tisch fällt? Lässt es sich die Bayerische Wirtschaft, die aus gutem Grund bisher darauf gepocht hat, dass Bayern seine Stromversorgung überwiegend selbständig deckt, gefallen, dass Bayern sich existenziell von Stromeinfuhren abhängig macht? Nehmen es die Firmen der Erneuerbaren Energien hin, dass in Bayern für die nächsten zehn Jahre praktisch kein Zubau von Windkraft, nur noch ein minimaler Zubau von Photovoltaik und nur noch eventuell ein geringfügiger Zubau von Bioenergieanlagen eingeplant wird?
 
Es ist abzusehen, dass in wenigen Jahren zurecht gegen diese gefährliche Abhängigkeit Bayerns rebelliert werden wird. Und dann werden dieselben Politiker/innen I. Aigner und M. Söder sagen: Leider sind wir mit der Energiewende noch nicht so weit, wir müssen die Laufzeit der AKW in Bayern verlängern.
 
Wir haben eine bessere Vision.
 
Wir wollen zum Schutz vor den Atom- und Klimagefahren etwa im Jahr 2030 uns der 100 Prozent EE-Versorgung nähern. Dabei können Photovoltaik und Windkraft die Zugpferde sein. Rund ein Drittel unseres Stroms können wir mittels Photovoltaik aus dem Licht gewinnen, ein Drittel aus der Windenergie und das dritte Drittel zur Hälfte aus steuerbarer Bioenergie und zur anderen Hälfte aus weitgehend vorhandener und technisch wie ökologisch zu modernisierender Wasserkraft. Begleitend brauchen wir Lastmanagement (flexible Stromverbraucher werden nach dem Angebot wechselhafter Naturenergie gesteuert), eine Modernisierung des Stromnetzes und den Bau von Kurz- und Langzeitspeichern.
 
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
 
http://www.atommuell-lager.de

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager... e.V.

.