12.07.2015

Hasardeure im AKW Gundremmingen

Das AKW Gundremmingen hat erneut einen Brennelementschaden. Zugleich will es bei der anstehenden Revision des Blocks C gebrauchte MOX-Elemente einsetzen. Hiergegen protestiert unsere Bürgerinitiative scharf und fordert die Bayerische Atomaufsicht zum Einschreiten auf.
 
In wohl keinem anderen deutschen AKW wurden in den vergangenen fünfzehn Jahren so viele Spaltelemente defekt wie im zwischen Ulm und Augsburg gelegenen AKW Gund­remmingen. Wie miserabel das schwäbische AKW ist, zeigte der letzte Woche veröffentlichte Jahresbericht der Schweizer Atomaufsicht ENSI. Stolz hieß es dort, dass in allen fünf Schweizer Atomreaktoren im zurückliegenden Jahr nur ein Brennelementdefekt entstanden sei. Dies sei „auf eine umsichtige Betriebsweise“ zurückzuführen.
 
Zur umsichtigen Betriebsweise in einem AKW gehört, nur beste Qualität einzukaufen. Das AKW Gundremmingen hat jedoch in den zurückliegenden Jahren auch unter anderem zweifelhafte russische Spaltelemente bezogen. Zur umsichtigen Betriebsweise gehört außerdem, den Reaktor behutsam statt mit schnellen Lastwechseln zu fahren.
 
Völlig unverantwortlich ist, dass RWE und EON jetzt im AKW Gundremmingen auch noch gebrauchte plutoniumhaltige MOX-Elemente aus den Abklingbecken entnehmen und wieder im Reaktor einsetzen wollen! Diese Teile waren vor Jahren aus dem Reaktor entfernt worden, weil eine Häufung von Brennelementdefekten einen Serienfehler befürchten ließ. Auch der Bayerische Landtag befasste sich mit den Schäden und forderte Aufklärung über die Ursachen. Da aber in Gundremmingen die Abklingbecken praktisch randvoll sind, will man durch nochmalige Nutzung dieser gebrauchten MOX-Teile Platz schaffen. Geld spart man so auch. Dafür steigert man die Risiken und belastet die Nachbarn mit mehr Radioaktivität. Bis heute haben jedoch die deutschen AKW-Betreiber nicht erklärt, was die Ursache der durch die Kinderkrebsstudie vor einigen Jahren nachgewiesenen Häufung von Krebserkrankungen um die deutschen AKW ist. Wann endlich schreitet die bayerische Aufsichtsbehörde ein?
 
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
 
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