28.06.2015

Es ist unser Atommüll

Wir brauchen in Bayern ein bis zwei neue Zwischenlager für unseren hochaktiven Atommüll

Bayern ist gezwungen, seinen Atommüll zwischenzulagern. Mit dem Schreien von „Bei uns nicht!“ werden die Probleme nicht gelöst und die Gefahren nicht kleiner. Wenn man die Produktion neuen Atommülls schnell beendet, können wir dennoch das Wachstum der Atommülllagerung verringern. Da die derzeitigen Zwischenlager in Grafenrheinfeld, Gundremmingen und Ohu viel zu unsicher gebaut wurden, braucht Bayern ein bis zwei neue wesentlich sicherer gebaute Zwischenlager.
 
In Bayern wurde und wird der meiste Atommüll Deutschlands produziert. Bayern hat jahrzehntelang die wissenschaftsbasierte Suche nach einem tiefengeologischen Endlager behindert. Und so den Zwang zur großen und gefährlichen Zwischenlagerung geschaffen.
 
Die Bürgerinitiative FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. hat sich bei ihrer Jahreshauptversammlung am 15. Juni mit den Risiken der Zwischenlagerung befasst. Der Berliner Zwischenlagerexperte Wolfgang Neumann zeigte auf, welche gefährlichen Schwachstellen die derzeitigen Zwischenlager haben. Und er erklärte, dass es noch viele Jahrzehnte dauern würde, bis ein Endlager zur Verfügung stehe.
 
Die Bürgerinitiative bekräftigt ihre im Januar 15 beschlossene Forderung, dass in Bayern für den von uns zu verantwortenden Atommüll ein bis zwei wesentlich sicherere Zwischenlager neu gebaut werden. Dass wir zielstrebig für eine Tiefenendlagerung am geologisch besten geeigneten Ort in Deutschland arbeiten und streiten müssen. Und dass Bayern seinen Atommüll aus dem Ausland zurücknehmen muss. Als Standorte für die neuen Zwischenlager kommen besonders Gemeinden in Frage, die zwar Strom verbrauchen aber durch Widerstand gegen Windkraftwerke wie Stromleitungen den Umbau unserer Elektrizitätsversorgung auf atomfreien Strom und Richtung 100 Prozent Versorgung aus Erneuerbaren Energien blockieren und so ihren Beitrag zur Stromversorgung schuldig bleiben.
 
Jährlich wird je Atomreaktor in Grafenrheinfeld, Gundremmingen und Ohu so viel Atommüll neu produziert, dass damit zwei bis drei Castoren befüllt werden. In jedem Castor steckt dann unfassbar viel langdauernde Radioaktivität. Etwa so viel, wie in Tschernobyl insgesamt freigesetzt wurde. Allerdings fehlen derzeit wegen kaum zu glaubender Versäumnisse der AKW-Betreiber Castoren gerade für die Siedewasserreaktoren. Dies steigert die Gefahren in den Abklingbecken. Wenn Bayerns Regierung keinen zusätzlichen Atommüll in Bayern lagern will, soll sie dafür sorgen, dass die Neuproduktion von Atommüll schnell beendet wird! Dann müssen zwar fossile Kraftwerke vorübergehend mehr laufen. Doch durch Energiesparaktionen und wieder beschleunigten Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen kann das Mehr an CO2 gut kompensiert werden.
 
Wenn jetzt Bürger und Politiker in Bayern sich über die drohende Atommüllaufnahme „aus dem Ausland“ empören, zeigt dies, dass sie immer noch an die jahrzehntelang von den Ministerpräsidenten Strauß, Stoiber und Seehofer verbreitete Entsorgungslüge glauben. Der Abtransport unseres Atommülls zu den Plutoniumfabriken - die absichtlich irreführend Wiederaufarbeitungsanlagen („WAA“) genannt wurden – ist aber keine Müllentsorgung. In den Plutoniumfabriken werden die verstrahlten Spaltelemente physikalisch in Plutonium, Spaltprodukte und Uran aufgeteilt. Diese Technik wurde entwickelt, um den Spaltstoff für Atombomben aus bestrahlten Spaltelementen zu gewinnen. Das ist nicht Recycling sondern „Müllsortierung“. Und der sortierte Müll wird an die Hersteller zurückgeschickt. Angesichts der Äußerungen mancher Minister und Landräte in diesen Tagen bestätigt sich ein alter Eindruck: In unserem Land ist das Bildungsproblem ähnlich groß wie das Energieproblem - aber gut lösbar.
 
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
 
http://www.atommuell-lager.de

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager... e.V.

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