05.04.2015

Das AKW Gundremmingen muss den Bürgern die Wahrheit über den Zwischenfall offenbaren

Das AKW Gundremmingen hat sich beim Bericht über die Schnellabschaltung am 25. März in Widersprüche verwickelt. Was war wirklich die Ursache dieses heiklen Zwischenfalls? Unsere Bürgerinitiative fordert die Betreiber RWE und EON auf, die Wahrheit zu sagen.
 
Mit einer Brandmail an Umweltministerin Scharf und Ministerpräsident Seehofer haben wir am 26. März gefordert, den Block C nicht anzufahren, solange die Ursache nicht geklärt ist.
 
Am Mittwoch, den 25. März kam es im Block C des Gundremminger Atomkraftwerks zu einem heiklen Zwischenfall. Während der daneben stehende Block B wegen turnusmäßiger Revision abgeschaltet war, wurde der Block C unvermittelt schnell abgeschaltet. Unklar ist, ob dies automatisch durch das Reaktorschutzsystem oder manuell durch einen Bedienfehler geschah.
 
Die Schnellabschaltung war erfolgreich. Doch eine Reaktorschnellabschaltung (RESA) aus Volllastbetrieb ist wie eine Vollbremsung eines Autos bei Höchstgeschwindigkeit. Die Maschinen sollen das aushalten. Aber es erhöht sowohl das Risiko wie die Abnutzung der Anlagen. Es muss in dem Atomreaktor immerhin eine thermische Leistung von 3.840.000 kW abgeschaltet werden und eine elektrische Leistung von 1.344.000 kW (fast 1,9 Millionen PS) innerhalb von Sekunden gestoppt werden. Mit jeder RESA wird die Atomanlage so stark abgenutzt, dass die Lebensdauer signifikant verkürzt wird.
 
Verschleiernde Erklärung des AKW
 
Das AKW schreibt auf seiner Homepage fehlerhaft: „Ursache für die Abschaltung von Block C waren aktuell laufende Revisionsarbeiten in Block B, bei denen die Druckluftversorgung des Reaktors unterbrochen wurde.“ (AKW am 25.3. http://www.kkw-gundremmingen.de/presse.php?id=532 ) und vernebelt damit das Wichtige.
 
Zur Schnellabschaltung eines Siedewasserreaktors werden die 193 Steuerstäbe von unten in den Reaktor eingeschossen. Das geschieht hydraulisch, indem unter hohem Druck stehender Stickstoff aus Drucktanks die Hydraulikstempel mit den Steuerstäben hochschießt.
 
Das AKW muss erklären, was das defekte Druckluftsystem mit den Stickstoffdrucktanks zu tun hat. Ganz wichtig ist dann die Frage: Wie kann der Ausfall der Druckluft im Block B im benachbarten Block C zu einer Schnellabschaltung führen? Grundsätzlich sind aus Sicherheitsgründen die Blöcke unabhängig voneinander. Störungen in einem Block dürfen keine negativen Auswirkungen auf die Sicherheit des Nachbarblocks haben.
 
Insofern lässt dieser Zwischenfall befürchten, dass in Deutschlands letztem AKW, das aus zwei Blöcken in zudem veralteter Siedewasserreaktortechnik besteht, ein wichtiges Sicherheitsprinzip nicht funktioniert.
 
Unerhört, dass dennoch das Bayerische Umweltministerium die Erlaubnis zum Wiederanfahren des Blocks C gegeben hat! Der jetzt im Ruhestand befindliche und aus einem Nachbarort Gundremmingens stammende ehemalige oberste Atomaufseher des Bundesumweltministeriums Dieter Majer wird hierzu in der Heidenheimer Zeitung am 26. März zitiert: „Unter meiner Aufsicht hätte ich das nicht zugelassen.“
 
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
 
http://www.atommuell-lager.de

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