24.03.2015

Achtung Sommerzeit: Die „Vogel-Uhr“ steht jetzt auf Balz

Die Deutsche Wildtier Stiftung über die Frühlingsgefühle heimischer Vögel

Am kommenden Wochenende ist es wieder soweit: Die Sommerzeit wird mit dem Umstellen der Uhren eingeleitet. Unsere heimischen Vögel brauchen keine Uhr, denn ihre Frühlingsgefühle sind vom Licht abhängig.
 
„Da die Morgendämmerung jetzt von Tag zu Tag früher einsetzt, singen die Vögel auch früher“, erläutert Svenja Ganteför, Biologin der Deutschen Wildtier Stiftung. Das Piep-Konzert hat gute Gründe: Es geht um die Familienplanung.
 
Das Liebesgeflüster während der Balz im Frühling ist hormonell bedingt und sehr anstrengend. Die Männchen wollen mit ihren kräftigen Stimmen Rivalen aus ihrem Revier verjagen, den Weibchen ihre Paarungsabsichten mitteilen und mit ihrem auffälligen Gefieder signalisieren: Ich bin gesund, ich bin stark, ich habe gute Gene, die ich an die Brut weitergebe! Um dem Gesang Nachdruck zu verleihen, präsentiert das Rotkehlchen die rote Brust, der Fasan seine blauen Kopffedern und roten Kinnlappen und der Star sein metallisch-glänzendes Prachtkleid. Der Gute-Gene-Look beim Haussperling sind beispielsweise der schwarze Brustfleck, die helleren Wangen und der deutlich dunklere Scheitel“, erklärt Svenja Ganteför. Eine kräftige Federfarbe, deutliche Musterung und ein vielfältiger Gesang sprechen für gute Gesundheit. Ein Vogelmann, der von Parasiten gequält wird, hat schlechte Karten bei den Frauen.
 
Beim Gesang versuchen die Männchen mit Lautstärke, Dauer und Häufigkeit des Gesangs zu beeindrucken. Ein ordentliches Repertoire an Strophen ist dabei ebenfalls von Vorteil. Wer sein Liebeslied dann noch mit einer Tanzeinlage unterlegen kann, hat bei der Vogelhochzeit besonders gute Chancen. Männliche Rotkehlchen zittern mit den Flügeln und fordern in vorgeneigter Haltung zur Kopulation auf. Stare sträuben die Kehlfedern und rudern heftig mit den Flügeln, während sie ihr Balzlied singen. Amseln umkreisen die Auserwählte wie beim Tango mit erhobenem Kopf. Die Schwanzfedern werden aufgefächert, die Flügel rhythmisch gehoben und gesenkt. Meisen-Männer zeigen den Weibchen ihre Brust und schaukeln angeberisch mit dem Körper hin und her. Dann stellt das Männchen die Schwanzfedern auf und trippelt laut singend zur Seite, bis das Weibchen um Futter bettelt und damit signalisiert: „Mach mir ein Ei…!“
 
Der Spatzen-Mann lockt mit aufgeplustertem Gefieder und zeigt beim Singen seinen anschwellenden, schwarzen Brustlatz, während er ständig variierende Tschilptöne von sich gibt. Je größer der Brustfleck, desto fitter der Spatzenmann. Kommt ein interessiertes Weibchen vorbei, zeigt er sein Nest. Bei Erfolg hält die Spatzen-Ehe ein Leben lang.
 
Ärgern Sie sich am kommenden Wochenende nicht über die „verlorene“ Stunde beim Beginn der Sommerzeit. Gehen Sie mit Ihren Kinder in die Natur und belauschen Sie die Vögel.
 
Wussten Sie, dass unsere Kinder laut einer Emnid-Umfrage erschreckend wenig über Natur wissen? Mit der Janosch-Spatzenkiste will die Deutsche Wildtier Stiftung dem entgegenwirken: Diese Naturbildungskiste kann von Kitas und Grundschulen ausgeliehen werden. Als einmalige Frühlings-Aktion enthält jede Janosch-Spatzenkiste das neue Vogelmalbuch „Gefiederte Freunde“ kostenlos für jedes Kind aus der Projektgruppe!
 
Weitere Informationen finden Sie unter:
 
http://www.deutschewildtierstiftung.de/de/wissen-lernen/naturbildung/lernen-mit-dem-spatz/janosch-spatzenkiste/
 

Deutsche Wildtier Stiftung

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