24.03.2015

Bürgerinitiative fordert Selbstverständliches:

AKW Gundremmingen soll seinen Atommüll aus dem Ausland zurücknehmen

Die Gundremminger Bürgerinitiative (BI) hat in ihrem letzten FORUM-Treff kontrovers über den von Gundremmingen nach England und Frankreich ver­schobenen Atommüll diskutiert. Sie erklärt: Das Verursacherprinzip gebietet, dass dieser auf Abholung wartende hochradioaktive Atommüll zurück genommen wird.
 
Nachdem die BI über den Antrag auf Widerruf der Betriebsgenehmigung des Gundremminger Zwischenlagers diskutiert hatte, wandte sie sich dem noch im Ausland auf Abholung wartenden und auch aus Gundremmingen stammenden Atommüll zu. Aus Gundremmingen waren mit rund 100 Castortransporten verbrauchte und extrem strahlende Spaltelemente zur französischen Plutoniumfabrik La Hague und zur englischen Plutoniumfabrik Sellafield gefahren worden. Fast jeder dieser Transporte wurde von Mitgliedern der Gundremminger Mahnwache gewaltfrei blockiert. Dafür wurde einige sogar ins Gefängnis geschickt.
 
Diese Plutoniumfabriken wurden als Wiederaufbereitungsanlagen, kurz WAA, bezeichnet. Damit sollte der Eindruck von Recycling geweckt werden. So eine Anlage wurde auch im bayerischen Wackersdorf gebaut. Nach dem Tod von Franz Josef Strauß wurde 1989 der Bau in Wackersdorf eingestellt und dieser hochradioaktive Müll nach Frankreich und England gefahren. Und viele glaubten tatsächlich, der Müll sei entsorgt.
 
In Wirklichkeit wird in diesen Plutoniumfabriken das Plutonium abgetrennt. Daraus wird Spaltstoff für Atombomben oder für spezielle Spaltelemente wie MOX hergestellt. Neben dem Plutonium fallen viel Uran und extrem strahlende Spaltprodukte an. Diese müssen gemäß zwischenstaatlichen Verträgen zurückgenommen werden. Jahrelang fuhren so Castorzüge aus Frankreich nach Gorleben.
 
Nachdem Gorleben nicht mehr als Standort für ein Endlager feststeht, sollen auch keine weiteren Castoren dort ins Zwischenlager gebracht werden. In 26 Castoren wartet in Sellafield deutscher Atommüll auf den Rücktransport. Zwischen den deutschen Ministerpräsidenten war verabredet worden, diesen Atommüll einvernehmlich auf Zwischenlager in Deutschland zu verteilen. Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg hatten sich anständig bereit erklärt, jeweils einen Teil aufzunehmen. Bayern als größtes Atommüllerzeugerland hingegen lehnte stur eine Rücknahme ab. Dies führte dazu, dass jetzt auch Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg ihre Angebote zurückzogen.
 
Unsere BI meint: Das Verursacherprinzip gebietet es, diesen Atommüll zurückzunehmen. Eigentlich müsste er nach Essen und Düsseldorf gebracht werden, wo die Gundremminger Betreiberkonzerne RWE und EON ihren Sitz haben. Oder nach München, von wo jahrzehntelang der Ausbau auch des AKW Gundremmingen vorangetrieben wurde.
 
Gewichtig ist der Einwand aus unserer BI: Die Zwischenlager sind doch jetzt schon nicht sicher. Dann können wir doch dort keine weiteren Einlagerungen bejahen! Doch abwägend meinen wir Dreierlei:
 
1. Die Zwischenlager (ZL) müssen noch jahrzehntelang halten, bis ein Endlager zur Verfügung steht. Wegen ihrer mangelhaften Stabilität müssen die ZL neu gebaut werden, um den tödlich strahlenden Atommüll wesentlich weniger gefährlich zu lagern. Und dieser Neubau kann auch in anderen Landkreisen errichtet werden. Besonders in Landkreisen, die den Atomstrom nutzen und deren energiepolitische Arbeit sich auf Widerstand gegen Windräder und Stromleitungen beschränkt.
 
2. Die derzeitige Lagerung dieses in Gundremmingen produzierten Atommülls in Sellafield erfolgt skandalös gefährlich und die Umwelt kontaminierend.
 
3. In Gundremmingen werden normalerweise jedes Jahr 250 bis 300 Spaltelemente verbraucht und nach vielen Jahren Abklingzeit in fünf bis sechs Castoren umgepackt. Wegen der übergroßen Risiken des Reaktorbetriebs und wegen der ungelösten Atommüllprobleme muss die Produktion neuen Atommülls beendet und die Reaktoren schnellstmöglich abgeschaltet werden! Im Ausland warten schätzungsweise fünf Castoren mit Gundremminger Atommüll auf die Rückholung. Also: Abschalten und den Altmüll zurücknehmen! Er steckt in etwa so viel Castoren, wie sonst jährlich in Gundremmingen befüllt werden.
 
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
 
http://www.atommuell-lager.de

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager... e.V.

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