31.07.2014

Windkraft: Bayern kommt voran - Baden-Württemberg desaströs

In Bayern haben die Windkraftunternehmer und Umweltschützer im Jahr 2011 Mut gefasst. Im Vertrauen auf die Energiewendebeteuerungen von Ministerpräsident H. Seehofer und dem damaligen Umweltminister M. Söder haben sie viele neue Projekte angefangen. Und die Genehmigungsverfahren wurden von einigen Bürgermeistern, Landräten und Fachbeamten zügig bearbeitet.
 
Auch einzelne regionale Planungsverbände haben den Bürgerwunsch nach Atomausstieg, Klimaschutz und regionaler Wertschöpfung unterstützt. Da Planung, Genehmigung und Bau von Windrädern Zeit brauchen, stiegen aber nur langsam die Zubauzahlen in Bayern.
 
Noch Fortschritte in Bayern
 
Die jetzt im ersten Halbjahr 2014 in Bayern gebauten Windkraftwerke werden rund 300 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Damit drängen sie den Einsatz von Atom- und Kohlekraftwerken zurück. Und je weniger Strom ein Atomkraftwerk erzeugt, desto weniger Radioaktivität gibt es in die Umwelt und desto weniger Atommüll produziert es.
 
Auf diesem Weg muss Bayern beschleunigt weiter gehen. Die Einführung einer 10 H Regel, dass also neue Windräder mehr als 2 km Abstand von den Häusern einhalten, würde im dicht besiedelten Bayern den gerade in Schwung gekommenen Windkraftausbau wieder abwürgen. Übrigens: Das gefährlichste Kernkraftwerk Deutschlands, das AKW Gundremmingen, steht nur etwa 900 Meter von den Häusern entfernt.
 
Desaster in Baden-Württemberg
 
Die statistische Gegenüberstellung zeigt, dass in vielen früheren Jahren – und das unter CDU-Regierung – in Baden-Württemberg mehr Windkraftkapazität aufgebaut wurde als in Bayern. Jetzt ist man am Tiefpunkt angekommen: Im ersten Halbjahr 2014 gab es fast eine Nullmeldung. Und hierzu passen die Berichte von Windkraftunternehmern, die über unberechenbar langwierige Genehmigungsverfahren in Baden-Württemberg stöhnen. Gerade die Landesanstalt für Umwelt (LUBW) wie auch einige Bezirksregierungen würden die Genehmigungsverfahren mit immer neuen Hürden blockieren. Wir Umweltschützer müssen hart fragen: Ist die Landesregierung drei Jahre nach Amtsantritt nicht in der Lage, die Energiewende voran zu bringen? Und ist der Opposition im Landtag Baden-Württembergs dies und die Energiewende egal?
 
Vermehrt arbeiten Kräfte in Baden-Württemberg wie Bayern daran, scheinbare Rechtfertigungen für längere Laufzeiten der gefährlichen Atomkraftwerke zu schaffen. Einige fahrlässig andere absichtlich aber noch verdeckt.
 
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
 
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