01.06.2014

Bayern hat die Stromwende bitter nötig

Atomkraftopfer und Energiewendewoller fordern die Abgeordneten gerade von CSU und SPD auf, im Bundestag nicht die Solar- und Windkraft zu torpedieren. Sondern die Stromwende voran zu bringen!
 
In Bayern laufen die meisten Atomreaktoren. Vier Stück in Grafenrheinfeld, Gundremmingen und Ohu. Darunter mit zwei Siedewasserreaktoren die gefährlichsten Atommeiler Deutschlands. In Bayern lagert auch der meiste hochradioaktive Müll. Seit Inbetriebnahme des ersten Atomkraftwerks in Bayern (Versuchs-AKW Kahl im Juni 1961) vor einem halben Jahrhundert wurden allein in Bayern fast 4 Millionen Kilo hochradioaktiver Müll erzeugt. Aber kein Kilo entsorgt! Alles nur gefährlich zwischengelagert. Ein unglaublicher Skandal! Und jeden Tag, an dem einer der verbliebenen vier Großreaktoren Bayerns läuft, erzeugt er etwa eineinhalb Mal so viel langdauernden radioaktiven Müll neu, wie vergleichsweise insgesamt in dem Skandallager Asse 2 steckt.
 
Bayern wird auch immer häufiger von katastrophalen Hochwassern heimgesucht.
 
Wer dies sich bewußt macht, muss für ein schnelles Abschalten der Atomkraftwerke eintreten. Und auch für ein Ersetzen des Kohlestroms durch Solar- und Windstrom. Und dafür brauchen wir die Stromwende.
 
Die drei Parteivorsitzenden GMS hingegen versuchen die Volksverdummung. Verbal bekennen sie sich zur Energiewende. Faktisch wollen sie im Interesse der wirtschaftlich auf der Kippe stehenden Konzerne EON, RWE und Vattenfall die Stromwende ganz langsam machen. GMS sagen Energiewende und schießen einen Torpedo nach dem anderen gegen dieselbe. Torpedos laufen für viele nicht sichtbar unter Wasser.
 
Wir fordern die Bundestagsabgeordneten gerade von CSU und SPD auf, für die bitter notwendige Stromwende sich auszusprechen und gegen die Torpedos zu stimmen.
 
Konkret:
 
* Windstrom aus Landanlagen . Landwindanlagen sind im kommenden Jahrzehnt das wichtigste Arbeitspferd der Stromwende. Sie liefern Strom für 6,5 – 8,9 ct/kWh. Dank höherer Türme und längerer Flügel kann dadurch auch in süddeutschen Leichtwindgebieten gut Strom erzeugt werden. Eine einzige moderne Anlage erspart uns jährlich die Verbrennung von 2000 Tonnen Kohle.
 
Das EEG soll Anreize schaffen, dass vermehrt auch im diesbezüglich zurückgebliebenen Süddeutschland in Windräder investiert wird. Eine Ausbaubegrenzung auf 2,5 oder 3 Gigawatt (GW), wie sie der Gesetzentwurf von GMS vorsieht, schützt die Betreiber von Atom- und Kohlekraftwerke - und schädigt uns. Wir brauchen jetzt viele Jahre einen Zubau von gut möglichen 4 bis 5 GW! Zum Vergleich: Im Jahr 2002 wurden 3,2 GW zugebaut, im Jahr 2013 leider nur 2,7 GW. Grundfalsch ist auch die Länderöffnungsklausel, die über das Baugesetzbuch und 10-H neue Windräder verhindern würde.
 
* Solarstrom ist Dank großartiger technischer Fortschritte preiswert und so ebenfalls ein Arbeitspferd der Stromwende geworden. Der Ausbaudeckel von 52 GW ist schlecht und dumm. Schlecht, weil dann mehr Kohlekraftwerke laufen. Dumm weil so eine preiswert gewordene Stromquelle austrocknet. Neue Solaranlagen liefern jetzt den Strom je nach Anlagengröße für 9 – 13 Cent je Kilowattstunde. Noch viele Jahre ist ein Solarzubau in der Höhe der Jahre 2010, 2011 und 2012, also im Schnitt von 7,5 GW, vernünftig. Aber die Einspeisevergütungen müssen für einige Quartale eingefroren werden bis der technische Fortschritt Absenkungen wieder ermöglicht.
 
* Eigenstromverbrauch soll nur bei Erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Koppelung von der EEG-Umlage befreit werden. Die EEG-Umlage ist eine Investition für ein zukunftsfähiges Stromsystem. Auch müssen die preistreibenden EEG- und Netzentgeltprivilegien der Industrie auf das Nötigste reduziert werden.
 
* Keine schikanösen Ausschreibungsmodelle! Sie blockieren Bürgerstromgesellschaften und kleine Unternehmen. Das ist mittelstandspolitisch falsch und behindert zudem die lokale Akzeptanz von Windkraftanlagen.
 
Wir fordern die Bundestagsabgeordneten auf, den Gesetzentwurf der Parteivorsitzenden Gabriel, Merkel und Seehofer abzulehnen und anstelle dessen Pro Stromwende das EEG zu reformieren. Und zwar so, dass die gerade auch durch die Erneuerbaren Energien gesunkenen Börsenstrompreise, die heute nicht wie vor Jahren erwartet bei 6 sondern bei 3,5 ct/kWh liegen, nicht zu steigenden EEG-Umlagen führen.
 
Wir fordern die regierenden Politiker auf, die durch Herrn Altmaier unwahr begonnene Strompreisbremse-Kampagne zu beenden. Und endlich die Zahlen der Bundesregierung zur Entwicklung der Energiepreise zur Kenntnis zu nehmen und öffentlich zu sagen:
 
Energiepreisanstiege in Deutschland 1991- 2013
 
Einfuhrpreise um %
 
-- Rohöl + 375
-- Erdgas + 214
-- Steinkohle + 76

 
Verbraucherpreise Haushalte incl. Abgaben -- Heizöl + 216
-- Erdgas + 101
-- Strom + 95 (*1)
-- Fernwärme + 116

 
Industrie ohne MWSt
 
-- Strom + 55 (*2)
 
Verkehr incl. MWSt
 
-- Diesel + 160

 
Zum Vergleich: Lebenshaltung Preisindex + 51
 
(*1) Dem liegt ein Bruttostrompreis für 2013 von 28,83 ct/kWh zu Grunde.
(*2) Zahlen liegen nur bis 2012 vor.
 
Quelle: BMWi, Energiedaten, Tab. 26, Stand: 14.2.14 ; www.bmwi.de/DE/Themen/Energie/Energiedaten-und-analysen/Energiedaten/gesamtausgabe,did=476134.html
 
Wir wollen die zügige Stromwende. Dies will auch ‚Pro Energiewende Bayern’, ein wachsendes Bündnis von atomgegnerischen Bürgerinitiativen, Bürgerenergiegesellschaften und Energieunternehmen.
 
FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. Augsburg - Dillingen - Günzburg - Heidenheim - Ulm
 
http://www.atommuell-lager.de

FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager... e.V.

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