18.05.2014

Ulmer Radiosender Radio free FM startet Kooperationsprojekt mit der Aktion Mensch

Radioprojekt „Funk+Roll“

Der Zugang zum Studio des Radiosenders liegt im 2. Obergeschoss des Büchsenstadels. Es gibt noch keinen Aufzug oder einen Treppenlift. Dies ist eine äußerliche Barriere. In unserer Gesellschaft gibt es aber leider bei vielen Menschen noch „innere“ Barrieren. Die Artikulation und gemeinsame Überwindung solcher Hindernisse, aber auch andere Themen aus dem eigenen Leben von Jugendlichen und Erwachsenen mit und ohne Behinderung werden in diesem Projekt zum Thema werden – das ist gelebte Inklusion!
 
Einmal monatlich erhalten die bisher angemeldeten Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 – 19 Jahren, z. B. von der Ulmer Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule für Körperbehinderte, sowie anderer Regelschulen, und ebenso interessierte Erwachsene mit und ohne Behinderung aus den Stadt- und Landkreisen Ulm und Neu-Ulm die Möglichkeit, ungefiltert ihren persönlichen Anliegen in der Sendung bei Radio free FM eine Stimme zu geben. Im Rahmen des langfristig angelegten Projekts lernen sie unter journalistischer Betreuung alle relevanten Bereiche zur Konzeption einer eigenen Radiosendung kennen. Vorläufiger Höhepunkt ist der erste Sendetermin am 25.07.2014. Bis dahin werden die Teilnehmer/innen lernen, schrittweise die einstündige Sendung zu konzipieren und durchzuführen.
 
„Der Hörer kann lediglich die Stimme des Redakteurs wahrnehmen. Eine eventuelle Körperbehinderung bleibt nachrangig sowohl für die Produktion als auch für eine Beurteilung von Außen. Entscheidend ist, dass Nichtbehinderte und Behinderte jeweils aus ihrer Perspektive erzählen können. Sie sind jeweils gehörte Experten ihrer Lebenswelt“, erläutert Andreas Nothwang, Projektleiter bei Radio free FM, die Zielsetzung des inklusiven Radioprojektes „Funk&Roll“. „Innerhalb der Redaktion sollen sich die Mitglieder bei der Produktion der Sendung durch den Einsatz ihrer individuellen Begabungen ergänzen. Sie sollen lernen, dass eine gut gemachte Sendung nach außen Seriosität und Kompetenz vermittelt, die auf die Produzenten zurückgespiegelt wird. Unser Fokus liegt auf der dauerhaften Etablierung dieses Formats und zukünftig auf der möglichst eigenständigen Arbeit der Redaktion.“ Die Jugendlichen und Erwachsenen bilden zusammen die Redaktion und legen in wöchentlichen Sitzungen eigenverantwortlich die Themen und Formate der Sendung fest. Für die nötigen Workshops und Redaktionssitzungen stellt die Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule bis zum Jahresende einen barrierefreien Raum zur Verfügung.
 
Teilnehmer/innen werden professionell gecoacht
 
In Workshops werden die Teilnehmer/innen in den kommenden Monaten elementare Kenntnisse in den Bereichen Moderation, rechtliche Grundlagen, Schnitt, Musikauswahl und Redaktionsarbeit durch Betreuer von Radio free FM vermittelt bekommen. Schützenhilfe erhält dieses Inklusionsprojekt hierbei durch eine Förderung der Aktion Mensch. „Am Anfang steht die gute Idee! Jeder von uns bewilligte Antrag und jeder Zuschuss ist von der Überzeugung getragen, dass es sich um ein sinnvolles und förderungswürdiges Projekt handelt, das konkret vor Ort Lebensbedingungen verbessert und Inklusion fördert“, erklärt Friedhelm Peiffer, Leiter des Bereichs Förderung der Aktion Mensch.
 
Radio free FM gemeinnützige GmbH
http://www.freefm.de
 
Über FreeFM
Träger des Projekts ist die Arbeitsgemeinschaft freie Medien Ulm / Neu-Ulm – Redaktion e. V. Der Verein ist der Zusammenschluss der ca. 140 ehrenamtlich tätigen Redakteure, die seit 1995 das Programm von Radio free FM gestalten. Sie senden auf der Ulmer Frequenz 102,6 MHz und sorgen dafür, dass die Vollzeit-Lizenz des format- und werbefreien Programms rund um die Uhr gefüllt ist. Sie präsentieren unbekannte Musikstile, nutzen die Frequenz als Ausbildungsmöglichkeit und als Experimentierfeld für neue Hörfunkformen und produzieren damit täglich eine moderne Form der Gegenöffentlichkeit.
 
Über die Aktion Mensch e.V.
Die Aktion Mensch e.V. ist die größte private Förderorganisation im sozialen Bereich in Deutschland. Zu ihren Mitgliedern gehören: ZDF, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, der Paritätische Gesamtverband und die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland. Der Verein unterstützt mit den Erlösen aus seiner Soziallotterie jeden Monat bis zu 1.000 soziale Vorhaben der Behindertenhilfe und -selbsthilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe. Möglich machen dies etwa 4,6 Millionen Lotterieteilnehmer. Seit Anfang 2012 ist Jörg Pilawa ehrenamtlicher Botschafter der Aktion Mensch. aktion-mensch.de
 

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